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Selbstoptimierungswahn versus Durchatmen

Sie kommen täglich an: Diverse Vorschläge und Angebote, die aktuelle Krise zu nutzen! Ich muss gestehen – mich stressen diese ganzen Angebote, Webinare und Onlinekurse, in denen mir in kürzester Zeit vermittelt wird, wie ich reich werde, maximale Reichweite erreiche, für die Zukunft optimal aufgestellt bin, fit, gesund, glücklich und top motiviert. Ja, zugegeben, ich fühlte mich direkt angesprochen.

 

Natürlich möchte auch ich meine Zeit optimal nutzen, aber das möchte ich immer, oder? Ich habe tatsächlich ein paar Tage gebraucht, um festzustellen, dass ich gar nicht meeehr Zeit habe!

Unglaublich :-). Ich hab weniger.

Mein Job im Homeoffice und dazu noch zwei Kinder, die von der Schule mehr als gut mit Aufgaben versorgt werden (und das zumindest zu koordinieren ist), lassen gar keine Zeit für lange Yoga-Morgenrituale, Weiterbildung, maximierte Selbsterkenntnis usw.

Diese Erkenntnis hat mich geschockt. Aber ich müsste, sollte, könnte doch ....

 

Eine liebe Freundin hat mir in einem langen Telefonat den entscheidenden Hinweis gegeben: Es muss nicht immer das ganz große Ding sein. "Besinn Dich doch zwischendurch mal wieder darauf, dass Du, wie Du sagst, eine Schönemomente-Sammlerin bist. Sammle die kleinen Dinge. Mach ein Foto, eine kleine Skizze oder Illustration. Es muss nicht gleich ein Buch sein."

 

Dafür bin ich so dankbar. Das waren die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Ich sammle wieder schöne Momente und halte kleine Alltagsdinge in Miniillustrationen oder Fotos fest. In dem Moment ist die ganze Aufmerksamkeit bei der Sache, im Detail.

Damit friere ich die Dinge ein oder verändere sie mir so, wie ich sie mir wünsche. Denn das ist das, was ich aktuell wirklich brauche – ein kleines Stückchen mehr Leichtigkeit.

 

"Ich mach mir die Welt, so wie sie mir gefällt."

Das wünsche ich Euch und mir und lade Euch ein – wenn auch nur imaginär – einen Moment lang in der Hängematte zu träumen.

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